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Starkregen
Infoservice des KMB: Starkregengefahrenkarten
Zu viel Regen innerhalb kürzester Zeit in einem lokalen, sehr begrenzten Gebiet: Sogenannte Starkregenereignisse können inmitten einer Stadt zu Überflutungen und Sturzfluten führen. Aufgrund des Klimawandels müssen wir uns künftig auf intensivere und häufigere Starkregenereignisse einstellen. Das Tückische an Starkregen: Solche Extremereignisse können jederzeit und ohne Vorwarnung auftreten und führen dann binnen Minuten zu Überflutungen, die erhebliche Sachschäden verursachen können. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich Grundstückseigentümer informieren, um rechtzeitig entsprechende Schutzvorkehrungen zu treffen.
Über die Starkregengefahrenkarten des KMB lässt sich die Überflutungsgefahr in der eigenen Umgebung besser abschätzen. Sie können prüfen, wie gefährdet Ihre Straße oder Ihr Grundstück im Falle eines Starkregens ist, um dann ggf. entsprechende Schutzvorkehrungen treffen zu können.
In den Karten wird basierend auf einer mathematischen Simulation die lokale Überflutungsgefahr inklusive Wassertiefe und Gebäude sowie das Verkehrsflächenrisiko dargestellt. Die Darstellung der Gefahr aktiviert sich beim Zoomen auf ein Gebiet. Die Interpretation ist über die Legende der Karte aufrufbar. Die Karte arbeitet mit definierten Starkregenszenarien, die unterschiedliche Regenereignisse abbilden. Das ausgewählte Szenario bestimmt, welche Überflutungen dargestellt werden.
Die Starkregengefahrenkarte stellt mögliche Überflutungssituationen modellhaft dar und dient als wichtige Orientierung für die persönliche Vorsorge. Kleinräumige Gegebenheiten wie Mauern, Einfriedungen, Bordsteine oder sonstige örtliche Besonderheiten können in der Simulation nicht vollständig berücksichtigt werden. Die tatsächliche Situation vor Ort kann daher abweichen. Die Karten werden kontinuierlich weiterentwickelt und konkretisiert. Hinweise zu örtlichen Besonderheiten können Sie uns jederzeit gerne mitteilen.
Gut zu wissen: Der Starkregenindex (SRI)
Der Starkregenindex (SRI) ist ein Bewertungssystem zur vereinfachten und verständlichen Einordnung der Stärke von Starkregenereignissen auf einer Skala von 1 bis 12. Vergleichbar ist der SRI mit bekannten Skalen wie der Richterskala für Erdbeben oder der Beaufortskala für Windstärken. Je höher der Wert, desto intensiver und seltener ist das Starkregenereignis.
Ein SRI 1 beschreibt einen vergleichsweise normalen Starkregen, wie er insbesondere in den Sommermonaten häufiger auftreten kann. Ein SRI 12 steht für ein extremes und sehr seltenes Starkregenereignis.
Der Starkregenindex dient der allgemeinen Einordnung von Starkregenereignissen und hilft dabei, deren Intensität besser zu verstehen. Für die Nutzung der Starkregengefahrenkarte sind insbesondere die dargestellten Überflutungsflächen und Wassertiefen entscheidend.
Starkregen ist nicht gleich Hochwasser
Wichtig zu wissen: Der KMB stellt als Abwasserbeseitigungspflichtiger die Starkregengefahrenkarte zur Verfügung. Diese ist nicht zu verwechseln mit Hochwassergefahrenkarten, die das Risiko und die Gefahren bei übertretenden Gewässern darstellen. Für den Bereich Hochwasserschutz ist der Gewässerverband Bergstraße zuständig und verantwortlich.
Welche Gefahren drohen bei Starkregen?
Durch die großen Niederschlagsmengen besteht die Gefahr, dass sich der Kanal vollständig füllt und aufgrund der Überlastung überläuft. So bilden sich sekundäre Fließwege aus wie z.B. Straßen und Mulden, die das Wasser oberirdisch abführen. Der heftige Niederschlag fließt unkontrollierbar ab und kann in Gebäude eindringen.
Zudem drücken die Wassermengen im Kanal in die Hausanschlüsse und es besteht die Gefahr, dass es zur Überflutung tiefliegender Abwasseranschlüsse in den Gebäuden kommt. Abwasser gelangt dann über Bodenabläufe und Sanitäreinrichtungen insbesondere (aber nicht nur) im Kellergeschoss ins Gebäude.
Starkregenvorsorge: Eine Gemeinschaftsaufgabe
Der Umgang mit Starkregen ist eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der der öffentliche und private Sektor zusammenarbeiten. Der Schutz vor Überflutungen beschränkt sich folglich nicht allein auf die öffentlichen Entwässerungssysteme und Vorsorgemaßnahmen. Im Allgemeinen sind für die Niederschlagsjährlichkeiten bis zu 5 Jahren die Entwässerungsbetriebe verantwortlich. Auch Hauseigentümer sind dazu verpflichtet, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und ihre Grundstücke und Häuser zu sichern. Diese Verpflichtung zur Eigenvorsorge ist im Wasserhaushaltsgesetz vorgeschrieben.
Eigenvorsorge: Präventionsmaßnahmen für Hausbesitzer
Rückstausicherung
In Gebäuden, die nicht gegen Rückstau geschützt sind, kann das aufgestaute Abwasser beispielsweise über Waschbecken, Waschmaschinen, Bodenabläufe oder Toiletten in Kellerräume eindringen und erhebliche Schäden verursachen. Vermieter haften auch gegenüber ihren Mietern für so entstandene Schäden. Umso wichtiger ist für Hauseigentümer deshalb eine Rückstau-Sicherung, die das Gebäude vor eindringendem Abwasser schützt. Bei einer fehlenden Rückstau-Sicherung sind alle Räume und Hofflächen gefährdet, die unter der Rückstauebene / Straßenoberkante liegen. Als Dienstleister und Ansprechpartner im Bereich der öffentlichen Abwasserbeseitigung informiert der KMB über die verschiedenen Möglichkeiten der Rückstau-Sicherungen unter www.kmb-bensheim.de/rueckstau-aus-kanalsystem/
Im Bedarfsfall stehen auch die fachkundigen Mitarbeiter:innen des KMB Geschäftsbereiches Stadtentwässerung und Kanalbetrieb gerne beratend zur Seite (Tel. 06251/10960).
Bauliche Schutzmaßnahmen
Unabhängig von einer Rückstausicherung sind weitere bauliche Schutzmaßnahmen sinnvoll, um das Haus vor eindringendem Wasser zu sichern, z.B. Versickerungsmulden auf dem Grundstück, der Einbau druckstabiler und wasserdichter Kellerfenster und Türen oder die Überdachung von Kellereingängen und Schächten.
Was unternehmen die Kommunen?
Angesichts der in letzter Zeit zunehmenden Starkregenereignisse und damit verbundenen Schäden wird schnell die Forderung nach der Vergrößerung des Kanalsystems und nach Rückhalteanlagen laut. Dies ist allerdings weder nachhaltig noch wirtschaftlich ratsam und bringt auch keinen wesentlichen Schutzgewinn. Größere Kanäle führen lediglich zu einer Verlagerung der Wassermassen – auch der größte Kanal endet irgendwann in einem Gewässer – im schlimmsten Fall werden dann die tieferliegenden Stadtteile oder Orte überflutet.
Stattdessen konzentrieren wir uns auf die kompetente Planung und den nachhaltigen Betrieb der Kanäle und tragen so aktiv zum Schutz der Kanäle vor den Folgen durch Starkregen bei. Hierzu zählen insbesondere die Schaffung von Regenrückhalteräumen und die regelmäßige Inspektion, Wartung und Instandsetzung der Kanalisation.
Ansprechpartner
Bei Rückfragen zum Thema Starkregen und der Starkregengefahrenkarte können Sie sich gerne an einen der folgenden Ansprechpartner wenden:
Lars Stuckert
Tel: 06251/1096-30
E-Mail: lars.stuckert@kmb-bensheim.de
Florian Geil
Tel: 06251/1096-91
E-Mail: florian.geil@kmb-bensheim.de
Weitere Links und Downloads:
Kommunale Fließpfadkarte
Die kommunale Fließpfadkarte für das Gebiet der Stadt Bensheim stellt ab einem Einzugsgebiet von 1 ha alle potentiellen Fließpfade dar. Auf Landwirtschaftsflächen ist zudem die Fließrichtung gekennzeichnet. Entsprechend der Abstände zum nächstliegenden Fließpfad sind die Gebäude in Gefährdungsklassen unterteilt und farblich gekennzeichnet. Alle Landnutzungsflächen im Untersuchungsgebiet sind entsprechend ihrer Nutzung und Hangneigung in Gefährdungsklassen eingeteilt und farblich gekennzeichnet. Basis hierfür sind die ALKIS-Daten des Landes Hessen. Abweichungen von der Realnutzung sind nicht auszuschließen.
Die kommunale Fließpfadkarte stellt das Oberflächenabflussverhalten des Niederschlagswassers dar. Die Starkregengefahrenkarten des KMB hingegeben bewerten sowohl das Oberflächenabflussverhalten als auch das Kanalabflussverhalten und sind somit aussagekräftiger.


BITTE BEACHTEN SIE:
Der KMB stellt als Abwasserbeseitigungspflichtiger die Starkregengefahrenkarten zur Verfügung.
Diese sind nicht zu verwechseln mit Hochwassergefahrenkarten, die das Risiko und die Gefahren bei übertretenden Gewässern darstellen.
Für den Bereich Hochwasserschutz ist der Gewässerverband Bergstraße zuständig und verantwortlich.

LETZTE BEITRÄGE
- KMB erweitert seine Starkregengefahrenkarten um Groß-Rohrheim – kostenloser Online-Service für Bürgerinnen und Bürger 16. Juni 2026
- Stellenangebot: Elektriker oder Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d) 12. Juni 2026
- Bensheim-Fehlheim: Vollsperrung in der Straße „An der Lehmkaute“ wegen Kanalarbeiten des KMB 12. Juni 2026
- Grundhafte Erneuerung Kirchgartenstraße und Kanalerneuerung in Einhausen 5. Juni 2026
- Zustandsfeststellung Kanal- und Hausanschlüsse in der Hintergasse in Biblis 5. Juni 2026
