Bensheim-Schönberg: Historische Stützmauer in Schönberg erfolgreich saniert
KMB schließt anspruchsvolle Sicherung und Wiederherstellung an denkmalgeschützter Anlage ab
Die Sanierung der historischen Stützmauer zwischen den Wegen „Im Gerstengrund“ und „Am Schloßpark“ in Schönberg ist abgeschlossen. Die rund 40 Meter lange Natursteinmauer befindet sich nördlich von Schloss Schönberg und gehört zur denkmalgeschützten Gesamtanlage „Dorf und Schloss Schönberg“. Neben der eigentlichen Mauersanierung wurden die angrenzenden Wegeflächen neu hergestellt und Maßnahmen zum Erosionsschutz umgesetzt. Zusätzlich erhielt der Bereich eine neue Absturzsicherung entlang des Weges „Am Schloßpark“. Das Geländer verbessert die Verkehrssicherheit und fügt sich gleichzeitig in das historische Umfeld von Schloss Schönberg ein.
„Mit der Sanierung konnten wir nicht nur die Verkehrssicherheit dauerhaft gewährleisten, sondern zugleich ein prägendes Stück Schönberger Ortsgeschichte erhalten. Solche Bauwerke sind wichtige Bestandteile unseres Ortsbildes und verdienen besondere Sorgfalt bei der Planung und Ausführung“, erläutert Frank Daum, Erster Stadtrat der Stadt Bensheim und Verbandsvorsitzender des KMB.
Im Rahmen einer Bauwerksprüfung nach DIN 1076 wurde Ende 2020 festgestellt, dass die Standsicherheit der historischen Mauer gefährdet ist. Nach einem Starkregenereignis im Januar 2022 kam es zusätzlich zu lokalen Absenkungen des oberhalb verlaufenden Weges „Am Schloßpark“. Der Weg musste daraufhin für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Die Untersuchungen zeigten, dass die Standsicherheit der Mauer insbesondere durch altersbedingte Schäden sowie stark durchwurzelte Mauerwerksfugen beeinträchtigt war. Hinzu kamen Schäden im Böschungsbereich. Da weder das genaue Baujahr noch die Gründungskonstruktion der historischen Mauer bekannt waren, stellte die Planung und Umsetzung der Maßnahme besondere Anforderungen an alle Beteiligten.
Erhalt historischer Bausubstanz hatte Priorität
Ziel der Maßnahme war es, die Standsicherheit und Dauerhaftigkeit der historischen Stützmauer wiederherzustellen und gleichzeitig das Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Gesamtanlage zu bewahren. Während der Bauausführung zeigte sich, dass die tatsächliche Konstruktion der historischen Mauer deutlich von den ursprünglichen Annahmen in der Planungsphase abwich. Ursprünglich war vorgesehen, die bestehende Stützmauer vollständig zurückzubauen und durch eine neue Konstruktion zu ersetzen. Nach Freilegung des Bauwerks entschieden die Projektbeteiligten, die historische Mauer weitgehend zu erhalten. Statt eines vollständigen Neubaus wurde die Konstruktion durch eine Kombination aus Bodenvernagelung und Spritzbetonschale dauerhaft gesichert. Dadurch konnte ein wesentlicher Teil der historischen Bausubstanz bewahrt werden.
Die Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Bergstraße, dem Hessischen Landesamt für Archäologie sowie weiteren Fachbehörden.
Die ursprüngliche Bauzeit war mit vier Monaten kalkuliert. Aufgrund der während der Bauausführung festgestellten Besonderheiten im Bestand musste das Sanierungskonzept angepasst werden. Die tatsächliche Gesamtbauzeit betrug rund zwölf Monate. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 734.000 Euro. Trotz der während der Bauausführung notwendigen Anpassungen blieb die Maßnahme im vorgesehenen Kostenrahmen.


